Die Baugrundverhältnisse in Rheine könnten unterschiedlicher kaum sein. Nördlich der Ems, im Bereich Rodde und Bentlage, dominieren sandige Niederterrassen mit hoher natürlicher Durchlässigkeit, während südlich des Dortmund-Ems-Kanals, etwa rund um Eschendorf, oft bindige Deckschichten aus Geschiebelehm der Saale-Kaltzeit anstehen. Wer in Rheine eine Versickerungsanlage plant oder eine Baugrube im Grundwasser ausheben will, braucht belastbare Zahlen zur Wasserdurchlässigkeit des Untergrunds – nicht nur Schätzwerte aus Tabellen. Der Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) liefert diese Werte direkt im anstehenden Boden und berücksichtigt die tatsächliche Heterogenität des Untergrunds. Für Projekte, bei denen die Tragfähigkeit des Baugrunds ebenso relevant ist, ergänzen wir die Durchlässigkeitsuntersuchung planerisch mit einer SPT-Bohrung. Die Auswertung erfolgt nach den Vorgaben des Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) sowie den Empfehlungen der DWA-A 138 für Versickerungsanlagen.
Ein einziger Lugeon-Versuch im klüftigen Fels ersetzt ein Dutzend Laborproben – denn er erfasst die Trennflächen, die im Bohrkern unsichtbar bleiben.
Technische Details zur Leistung in Rheine

Lokale geotechnische Bedingungen in Rheine
Die hydrologische Situation in Rheine wird maßgeblich vom Wasserstand der Ems und den Grundwasserleitern in den Flussterrassen geprägt. Nach ergiebigen Niederschlägen, wie sie im Münsterland im Winterhalbjahr häufig auftreten, steigt das Grundwasser in den quartären Sanden rasch an und kann binnen weniger Tage um mehr als einen Meter klettern. Ein Feldversuch, der bei Niedrigwasser durchgeführt wird, liefert dann ein zu optimistisches Bild der Durchlässigkeit, weil die Sättigung im Boden noch nicht erreicht ist. Die korrekte Interpretation der Versuchsdaten unter Berücksichtigung der jahreszeitlichen Grundwasserganglinie ist essenziell. Ohne diese regionale Erfahrung mit dem Verhalten des Porengrundwasserleiters im Emsland riskiert man Unterdimensionierungen der Bauwasserhaltung oder Fehlprognosen für die Sickerleistung von Rigolen. Die Messungen werden stationär und instationär ausgewertet, um die Speicherfähigkeit des Untergrunds mit abzubilden.
Unsere Leistungen
Unsere Versuchsdurchführung in Rheine deckt die gesamte Bandbreite feldhydraulischer Fragestellungen ab: von der Versickerungsfähigkeit des sandigen Untergrunds entlang der Ems bis zur Gebirgsdurchlässigkeit in den Kalksteinzügen bei Rheine-Mesum.
Lefranc-Versuch (Open-End)
Versickerungs- oder Auffüllversuch im Bohrloch zur Bestimmung des kf-Werts in Lockergesteinen. Geeignet für Sande, Kiese und gemischtkörnige Böden unterhalb des Grundwasserspiegels.
Lugeon-Test (Doppelpacker)
Wasserdruckversuch mit Doppelpacker zur abschnittsweisen Ermittlung der Gebirgsdurchlässigkeit in klüftigem Fels. Druckstufen nach Houlsby für die Bewertung von Injektionserfolgen.
Kombinierte Bohrlochversuche
Kombination von SPT-Bohrung und Durchlässigkeitsversuch in einem Bohrpunkt. Spart Zeit und liefert mechanische wie hydraulische Kennwerte aus dem gleichen Aufschluss.
Fragen und Antworten
Wann brauche ich einen Lefranc-Versuch und wann einen Lugeon-Test?
Der Lefranc-Versuch kommt in Lockergesteinen wie Sand, Kies oder Geschiebelehm zum Einsatz, wie sie in Rheine nördlich und östlich der Ems vorkommen. Sobald Fels ansteht, etwa die Ton- und Mergelsteine des Unterkreide-Hügellands südlich von Rheine, ist der Lugeon-Test mit Doppelpacker die richtige Wahl. Er prüft abschnittsweise die Klüftigkeit, die für die Gebirgsdurchlässigkeit maßgebend ist.
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Rheine?
Die Kosten für einen Feldversuch nach Lefranc oder Lugeon liegen in Rheine je nach Aufwand und Bohrtiefe zwischen €650 und €930. Der Preis umfasst die An- und Abfahrt, die Versuchsdurchführung nach DIN EN ISO 22282 sowie die Auswertung und Dokumentation der Messergebnisse.
Wie lange dauert die Auswertung eines Versickerungsversuchs?
Die reine Feldmessung nimmt je nach Auffüll- oder Absenkrate zwischen 30 und 90 Minuten pro Horizont in Anspruch. Die anschließende Auswertung mit grafischer Darstellung der instationären Anstiegs- oder Absenkkurve und die Berichterstellung liegen in der Regel innerhalb von drei Werktagen vor. Mehr Info.