Die bauliche Entwicklung Rheines entlang der Ems und der alten Salzhandelswege hat über Jahrhunderte ein vielschichtiges Bodengefüge hinterlassen. Vom mittelalterlichen Stadtkern mit seinen Aufschüttungen und Kellergeschossen bis zu den neuen Gewerbegebieten im Rheiner Norden – wer hier eine Baugrube öffnet, stößt auf geotechnische Unwägbarkeiten. Die Emsaue prägt den Untergrund mit weichen Flusssedimenten und hohen Grundwasserständen, während man Richtung Teutoburger Wald rasch auf verwitterten Sandstein trifft. In unserer Erfahrung lassen sich Überraschungen im Boden nur durch eine kontinuierliche geotechnische Baugrubenüberwachung ausschließen. Ein reiner Bodengutachten-Bericht ist oft nur eine Momentaufnahme; die Realität in 4 oder 6 Metern Tiefe sieht manchmal anders aus. Deshalb kombinieren wir vorab die Informationen aus einer Sondierung mit schwerer Rammsonde mit der laufenden Überwachung der Verbauwände und des Umfelds während der gesamten Aushubphase.
In der Emsaue steigt der Grundwasserspiegel im Winter oft um mehr als einen Meter binnen Tagen – ohne kontinuierliche Überwachung kann die Sohle in Stunden aufbrechen.
Technische Details zur Leistung in Rheine

Demonstration video
Lokale geotechnische Bedingungen in Rheine
Zentrales Instrument für unsere Einsätze in Rheine ist der motorisierte Präzisionstheodolit, den wir auf einen erzwungenen Zentrierpfeiler am Rande der Baugrube setzen. Das Gerät tastet im 15-Minuten-Takt eine Reihe von Messprismen ab, die auf den Verbauträgern, den Nachbargebäuden und den Straßenlaternen montiert sind. Die Herausforderung in der Innenstadt, etwa bei Bauvorhaben entlang der Münsterstraße, ist die Sichtbarkeit: Kranbewegungen, Lieferverkehr und parkende Lkw unterbrechen oft die Sichtlinie. Hier arbeiten wir mit einem redundanten Netz aus bodennahen Schlauchwaagen und Dehnungsmessstreifen an den Steifen, um auch bei verdeckten Prismen lückenlos zu dokumentieren. Ein unterschätztes Restrisiko in Rheine ist der sogenannte hydraulische Grundbruch in den Schichten der Niederterrasse, wenn die Baugrube in eine Wechsellagerung aus Grobsand und Schluff einschneidet. Bereits ein geringer Überdruck im Sand kann den Schluff ausspülen und zu plötzlichen Setzungen führen. Wir beobachten deshalb die Trübung des Förderwassers und passen die Absenkrate der Pumpen dynamisch an, sobald die ersten Feinteile sichtbar werden.
Unsere Leistungen
Wir begleiten Ihr Bauvorhaben in Rheine mit einem Messkonzept, das exakt auf die lokalen Bodenverhältnisse und den Bauablauf abgestimmt ist. Die nachfolgenden drei Leistungsbausteine bilden das Rückgrat unserer Überwachung:
Verformungs- und Setzungsmonitoring
Präzise Überwachung der Verbauwand mittels Inklinometern und automatischen Theodoliten. Wir erfassen jede Bewegung im Zehntelmillimeterbereich und gleichen sie mit den Prognosen aus dem Standsicherheitsnachweis ab.
Grundwasser- und Porenwasserdruck-Monitoring
Kontinuierliche Erfassung der Druckverhältnisse im Boden über elektrische Piezometer. Gerade in der grundwassernahen Emsaue ist dies die kritische Größe für die Sohlsicherheit bei offener Wasserhaltung.
Erschütterungs- und Rissmonitoring
Beweissicherung an der angrenzenden Bausubstanz mit Schwingungsaufnehmern und Rissmonitoren. Wir unterscheiden baggerbedingte Impulse von den Dauererschütterungen des Bahnverkehrs und dokumentieren den Ist-Zustand vor Baubeginn. Mehr Info.