Rheine
Rheine, Germany

MASW / VS30 in Rheine – Scherwellengeschwindigkeit für den Baugrund

Ein Bebauungsplan in Rheine, der ohne gesicherte Bodenklasse in die Genehmigung geht, scheitert regelmäßig an der ersten Prüfung. Gerade die quartären Sande und Auenlehme entlang der Ems verhalten sich unter dynamischer Last völlig anders, als ein einfacher Rammkern vermuten lässt. Die oberflächennahen Kiese der Mittelterrasse täuschen oft einen tragfähigen Horizont vor, während darunter locker gelagerte Feinsande lagern. Eine Korngrößenanalyse zeigt die Textur, aber erst die Scherwellengeschwindigkeit deckt die tatsächliche Steifigkeit des Pakets auf. Wir setzen das MASW-Verfahren in Rheine gezielt ein, um das Schichtenmodell seismisch zu kalibrieren und die Baugrundklasse nach DIN EN 1998-1/NA zweifelsfrei festzulegen. So vermeiden Bauherren teure Nachbesserungen in der Ausführungsphase und erhalten eine belastbare Grundlage für die Baudynamik.

Die Vs30-Kartierung in Rheine offenbart den Sprung von fluviatilen Lockersedimenten zum Osning-Sandstein – ein steifigkeitsbestimmender Wechsel, den kein Rammversuch allein auflöst.

Technische Details zur Leistung in Rheine

Die nationale Anwendung des Eurocode 8 (DIN EN 1998-1/NA:2021-07) verlangt für Rheine als Stadt in der Erdbebenzone 1 eine Klassifizierung des Baugrunds über die gemittelte Scherwellengeschwindigkeit Vs30. Der Parameter entscheidet nicht nur über das Antwortspektrum, sondern direkt über die anzusetzenden Horizontallasten im Tragwerksplan. Unsere Feldarbeit beginnt mit einem 24-Kanal-Seismografen und 4,5-Hz-Geophonen, die wir linear mit bis zu 46 Metern Auslage positionieren. Die passive Komponente des MASW nutzt den Verkehrslärm der B70 und die Schwerlastbewegungen im Hafen Rheine als Signalquelle – ein klarer Vorteil im innerstädtischen Bereich, wo aktive Hammerschläge oft an Genehmigungsgrenzen stoßen. Das Dispersionsbild extrahieren wir aus 15 bis 20 Einzelstapelungen, invertieren es in ein Vs-Profil und validieren die Ergebnisse bei Bedarf mit einer seismischen Refraktion auf derselben Auslage. Die Kombination liefert ein lückenloses Bild vom Verwitterungshorizont bis zum Festgestein des Osning-Sandsteins.

In den geotechnisch sensiblen Zonen der Stadt, etwa im Bereich der Emsniederung mit organischen Weichschichten oder im Übergang zum Münsterländer Kreidebecken, reicht eine reine Sondierung nicht aus. Hier dokumentiert MASW auch laterale Geschwindigkeitswechsel, die für die Böschungsstabilität bei tiefen Baugruben am Hang entscheidend werden können.

MASW / VS30 in Rheine – Scherwellengeschwindigkeit für den Baugrund
MASW / VS30 in Rheine – Scherwellengeschwindigkeit für den Baugrund
ParameterTypischer Wert
Auslage (aktiv)23–46 m, 24 Geophone
Quellsignal passivVerkehr B70 / Hafengebiet
Dispersionsanalysef-k-Transformation + Inversion
Vs30-BerechnungDIN EN 1998-1/NA:2021-07
Eindringtiefe15–30 m (frequenzabhängig)
DatenformatSEG-2, ASCII, PDF-Report
Dauer Feldmessungca. 45–90 min pro Profil

Lokale geotechnische Bedingungen in Rheine

Unser Seismograf – ein 24-Bit-Gerät mit GPS-Zeitstempel – registriert in Rheine pro Auslagepunkt rund 180.000 Samples mit einer Abtastrate von 1 ms. Der kritische Moment jeder Messung liegt im Frequenzbereich unter 8 Hz, wo die Dispersion der Rayleigh-Welle die Auflösung der tiefen Horizonte bestimmt. Steht der Geophonabstand zu eng, verschluckt der Nahfeldeffekt die Grundmode und die Inversion liefert ein künstlich versteiftes Profil. Bei zu weitem Abstand verlieren wir die oberen 2 Meter – genau den Bereich, in dem die Gründungssohle der meisten Einfamilienhäuser in Rheine liegt. Deshalb fahren wir stets zwei Geometrien pro Profil und gleichen die Dispersionskurve mit Bohrprofilen aus der örtlichen Bohrdatenbank ab. Ein falsch interpretiertes Vs30 verschiebt die Baugrundklasse von C nach B und unterschätzt die seismische Last um bis zu 30 Prozent.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN EN 1998-1/NA:2021-07 (Nationaler Anhang Eurocode 8), DIN 4149 (Bauten in deutschen Erdbebengebieten, zurückgezogen, aber Referenz für Bestand), DIN EN ISO 22476-3 (Drucksondierungen, ergänzend zur Validierung), DGGT-Empfehlung Nr. 15: Seismische Verfahren

Unsere Leistungen

Unser MASW-Angebot in Rheine umfasst die vollständige Prozesskette von der Messkampagne bis zum baureifen Bericht:

Vs30-Kartierung nach DIN EN 1998-1/NA

Flächige Bestimmung der Baugrundklasse für Bebauungspläne und Einzelvorhaben in Rheine.

2D-Scherwellenprofil

Darstellung lateraler Steifigkeitswechsel, z. B. an der Kante der Emsaue.

Kombinierte MASW/Refraktionskampagne

Gleichzeitige Erfassung von P- und S-Wellen für Poissonzahl und dynamische Kennwerte.

Validierung an Bestandsbohrungen

Abgleich der Dispersionskurve mit Schichtenverzeichnissen aus dem Bohrarchiv Rheine.

Fragen und Antworten

Was kostet eine MASW-Messung in Rheine?

Für ein Standardprofil mit aktiver und passiver MASW in Rheine liegen die Kosten je nach Auslagelänge und Untergrundkomplexität zwischen €1.360 und €3.200. Die Spanne deckt ein Einzelprofil bis zu einer Tiefe von 30 Metern ab. Bei mehreren Profilen oder kombinierter Refraktionsseismik erstellen wir ein Pauschalangebot nach Aufmaß.

Welche Baugrundklasse hat Rheine nach DIN EN 1998-1?

Rheine liegt in der Erdbebenzone 1 mit einem Bemessungswert der Bodenbeschleunigung agR von 0,4 m/s². Die Baugrundklasse variiert jedoch stark: Die quartären Sande und Kiese der Emsterrassen fallen meist in Klasse B oder C, während die verwitterten Tonsteine des Osning in Klasse A übergehen können. Nur eine Vs30-Messung vor Ort klärt die tatsächliche Einstufung für Ihr Grundstück.

Brauche ich für die Messung eine Genehmigung?

Für passive MASW-Messungen, die wir in Rheine bevorzugt mit Umgebungslärm durchführen, ist keine gesonderte Genehmigung erforderlich. Bei aktiven Hammerschlägen im öffentlichen Straßenraum stimmen wir uns mit dem Ordnungsamt ab. Auf Privatgrundstücken reicht Ihre Zustimmung als Eigentümer.

Abdeckung in Rheine